fmn'13-Interview | Frank Bögel
CONJECT AG

„Benutzen statt Besitzen“
Immer mehr Güter werden nicht einfach gekauft, sondern entweder gemeinsam gekauft oder gemeinsam benutzt oder auch geliehen. Wie nachhaltig ist der Trend dieser sogenannten Shareconomy? Und was könnte er ändern? Ein Interview mit Frank Bögel, Regional Director, CONJECT AG
i2fm: Sehr geehrter Herr Bögel, immer mehr CEOs fordern: „Kein Geld mehr in Steine!". Ist der Trend der Shareconomy da die Lösung? Wird das "Benutzen statt Besitzen" ein langfristiger Trend auch im Bereich von Infrastruktur, Immobilien?
xs fmn interview fmn13 frank boegel Frank Bögel: Ich glaube schon, dass das ein längerfristiger Trend wird. Auf Infrastruktur bezogen werden wir zunehmend mehr Unternehmen haben, die keine eigenen Immobilien mehr besitzen. Ein benachbartes Unternehmen in Düsseldorf, dessen Konzernmutter in England sitzt, ist mittlerweile nur noch Nutzer, und kein Eigentümer des Gebäudes mehr.
Deutsche Unternehmen sind da vielleicht noch konservativer aufgestellt, die eigengenutzten Immobilien, ihre eigene Infrastruktur, ihre eigene Produktionsanlage zu besitzen. Da spielen natürlich auch unternehmensrechtliche und konzerninterne Faktoren eine große Rolle.
Aber der Trend, für Infrastruktur neue Bezugsmodelle zu finden, wird sicher langfristig sein.
i2fm: Wenn der Trend sich bestätigt und Unternehmen Infrastruktur und Immobilien nicht mehr im Eigentum haben wollen, wer könnte dann in Zukunft Eigentümer sein und gegen ein entsprechendes Vergütungsmodell Infrastruktur zur Verfügung stellen?
xs fmn interview fmn13 frank boegel Frank Bögel: Da wird sich wahrscheinlich ein bisschen was verschieben. Die Unternehmen, die heute schon Eigentümer sind, werden ihre Immobilien zur Verfügung stellen, weil sie dieses Geschäft gut beherrschen.
Das könnte wie bei den FM Dienstleistern sein: Im Moment übernehmen sie mehr und mehr der Services, die die Unternehmen früher selbst erbracht haben, also Wartung, Instandhaltung, Reinigung etc. Ich kann mir vorstellen, dass die Dienstleister dadurch und durch die Nähe zu den Objekten hier ein neues Geschäftsmodell für sich entwickeln könnten. Dann würden sie nicht nur die Services rund um eine Immobilie zur Verfügung stellen, sondern ein Full-Service-Modell, einen All-Inclusive-Arbeitsplatz anbieten.
i2fm: Bei einem solchen Modell wären Investitionen notwendig.
xs fmn interview fmn13 frank boegel Frank Bögel: Es stellt sicher eine hohe Investition und Kapitalbindung dar, das schreckt vielleicht den einen oder anderen ab. Aus diesem Grund kann ich mir auch vorstellen, dass es in Zukunft Unternehmen geben wird, die sich auf diese Art einer neuen flexibleren Bereitstellung von Infrastruktur spezialisiert haben.
Denkbar wäre aber auch beispielsweise, dass die CREM-Bereiche eigene Profitcenter werden, sodass sie den Freiraum bekommen, anders über Ihre Immobilien nachzudenken. Allerdings muss man hierfür noch Missionarsarbeit leisten, weil ein Wechsel im Mindset erforderlich sein wird. Es ist eine völlig andere Denkweise als bisher.
Und so lange dieser Personenkreis das klassische CREM weitermacht und das nicht erkannt hat, sperren sie sich zu einem großen Teil gegen diese Diskussion.
i2fm: Wird sich dabei die Bezugsgröße ändern? Sie sprachen gerade vom kompletten Arbeitsplatz?
xs fmn interview fmn13 frank boegel Frank Bögel: Da ist jetzt schon ein deutlicher Trend spürbar, dass sich diese Bezugsgröße wegbewegt vom Quadratmeter hin geht zum einzelnen Stück Arbeitsplatz mit bestimmten Qualitäten, Anforderungen und Services.
Natürlich rankt sich um einen Arbeitsplatz auch eine Anzahl an qm, aber diese Messgröße wird in Zukunft mehr und mehr in den Hintergrund treten.
i2fm: Was heißt das für die Steuerung der zur Verfügungstellung von Flächen?
xs fmn interview fmn13 frank boegel Frank Bögel: Das Thema wird sicher den gezielten Einsatz entsprechender Software pushen. Denn es wird dann noch viel stärker darum gehen, die Auslastung von Immobilien zu steuern, sozusagen die Produktivität der Ressourcen an sich: Wann sitzt wer wo? Wann hat wer was gemacht? Welche Anforderungen können wir wann wo bedienen? Der Trend kann für uns als Softwareanbieter mittel- und langfristig zu einer neuen Bedarfswelle an CAFM-Systemen führen, auch in Bereichen wo wir heute noch nicht für angefragt werden.
Im Übrigen folgen wir mit unserem neuen conjectFM SaaS Angebot exakt dem hier diskutierten Trend, denn auch für Software gilt bereits “Benutzen statt Besitzen“.
i2fm: Herr Bögel, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und freuen uns auf den
Nutzerkongress 2013.

Das Interview führte Katja Bilski.
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