fmn'13-Interview | Prof. Dr. Andreas Pfnür,
TU Darmstadt

Interview im Vorfeld zum Nutzerkongress 2013
i2fm: Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Pfnür, Betreiberhaftungsthemen wurden in der jüngsten Zeit sehr stark diskutiert. Hat das bei Unternehmensentscheidern hinsichtlich der Notwendigkeit, in Unternehmens-Infrastruktur zu investieren, in irgendeiner Form Veränderungen ausgelöst?
xs fmn interview fmn13 pfnuer tu darmstadt Prof. Dr. Andreas Pfnür: In unseren empirischen Studien zum Corporate Real Estate Management in Europa stellen wir fest, dass das Thema Compliance in der letzten Dekade sehr stark an Bedeutung zugenommen hat.
Mittlerweile ist es zu einer Haupttriebfeder eines zentralen Corporate Real Estate Managements in Deutschland geworden. Auch wenn unter dem Themenkreis Compliance mehr zu subsumieren ist als die Betreiberhaftung, so spielen Haftungsfragen doch eine ganz wesentliche Rolle dabei. Angesichts der deutlich gestiegenen öffentlichen Aufmerksamkeit gegenüber Fehlverhalten von Unternehmen und durch sie verursachten Unglücken sowie verschärfter gesetzlicher Vorschriften, ist das absolut nachvollziehbar.
i2fm: Ob Sharing-Modelle für Autos, Fahrräder oder Büroarbeitsplätze - in jüngster Zeit scheint es, dass sich Modelle etablieren, bei denen ein Nutzer für den Nutzwert zahlt, aber nicht mehr Eigentümer einer Sache ist.
Und auch im Unternehmensbereich wird zurzeit viel über mehr Flexibilität in der Nutzung diskutiert.
Glauben Sie, dass sich dieser Trend fort- oder gar durchsetzen wird? Wenn ja, was wird er Ihrer Meinung nach für Auswirkungen haben?
xs fmn interview fmn13 pfnuer tu darmstadt Prof. Dr. Andreas Pfnür: Die Zukunft der Arbeit wird in den nächsten Jahren einen sehr dynamischen Wandel durchlaufen, in dem die Unternehmensorganisationen vermutlich sehr viel liquider werden. Arbeitsverhältnisse werden flexibler, die Arbeitsteilung wird immer weiter voranschreiten.
Das wird auch die Rolle der Kernkompetenzen von Unternehmen verändern. Dabei werden Unternehmen vor allem Kompetenzen als Netzwerkmanager aufbauen. Sekundärprozesse werden im Netzwerk über Marktbeziehungen als Service verstärkt eingekauft. Insofern wird sich dieser Trend generell zukünftig sogar verstärken. Ob das auch auf Büroflächen anwendbar sein wird, bleibt abzuwarten. Gerade in bevölkerungsreichen Regionen sind Immobilien nicht beliebig verfügbar. Hier kann das Eigentum an ihnen und die damit verbundenen Verfügungsrechte einen strategischen Wettbewerbsvorteil gerade bei der Bewältigung der Herausforderungen des Wandels der Arbeitsbedingungen darstellen.
Unternehmen gehen im Portfoliomanagement heute schon sehr selektiv vor. Angesichts der Tatsache, dass Unternehmen große Werte in Immobilien gebunden haben, die sie aus finanzwirtschaftlichen Gründen nicht so ohne weiteres Auflösen werden, bin ich zudem skeptisch.
i2fm: Sehen Sie eine Veränderung/Entwicklung hinsichtlich der Stellhebel der CREM-Verantwortlichen, um in Office und Shopfloor Produktivität zu sichern, zu steigern und diesen (Wertschöpfungs-)Beitrag auch sichtbar und messbar zu machen?
xs fmn interview fmn13 pfnuer tu darmstadt Prof. Dr. Andreas Pfnür: Ganz klar: Die “Geiz ist geil”-Zeiten im CREM sind in den meisten Unternehmen derzeit vorüber gegangen. Hier geht es stattdessen bei der Bereitstellung von Unternehmensimmobilen um “Value-for-Money”.
Aus wissenschaftlicher Sicht ist dieser Weg unbedingt begrüßenswert, wenngleich viele Probleme bei der Leistungsmessung noch nicht gelöst sind. Fraglich bleibt aber, ob dieser Prozess auch dann noch weitergeht, wenn die Unternehmen wirtschaftlich gesehen in hohe See geraten.
Derzeit sind die meisten von ihnen hoch profitabel. Sobald die nächste Welle an Sparprogrammen existenzielle Züge annimmt, wird gezwungener Maßen auch im CREM wieder nach jedem Euro Einsparpotenzial gesucht werden.
Der CREM Bereich ist nun mal von seinem Wesen her Service Funktion oder, wenn Sie so wollen, Business Partner des Kerngeschäfts und ist dafür da, dessen Probleme zu lösen.
i2fm: Herr Prof. Dr. Pfnür, wir danken Ihnen für dieses Gespräch und freuen uns auf den
Nutzerkongress 2013.
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