fmn'15-Interview | Aus dem Nähkästchen der Unternehmensentwicklung
Dr. Jörg Rosdücher, Vorsitzender der Geschäftsführung, STRABAG Property and Facility Services GmbH
Welche Probleme sehen Sie derzeit im deutschen Markt für Facility Management?
xs fmn interview rosduecher Dr. Jörg Rosdücher: Der Markt ist derzeit ein überwiegender Verdrängungswettbewerb und daher auf absehbare Zeit weiter durch harten Preiswettbewerb und Margendruck gekennzeichnet. Hohe Wachstumsraten sehe ich für die Branche in den nächsten Jahren kaum. Deswegen bleiben Konsolidierung und Konzentration auf der Tagesordnung. Diese Marktbereinigung wird aber vor allem wenig spezialisierte und eher kleinere und mittlere Unternehmen treffen, die Großen der Branche werden davon eher profitieren. Aber auch für die ist Rentabilität in Zukunft nur über weitere Effizienzsteigerungen, Innovationen und größere Leistungstiefe darstellbar. STRABAG PFS sehe ich hier, insbesondere nach dem Erwerb der DIW Ende letzten Jahres, sehr gut aufgestellt.
Für die Übernahme ausschlaggebend waren qualitative Aspekte. Die DIW ergänzt unser Portfolio um die Spezialisierung auf das infrastrukturelle Facility Management für Industriekunden. Das ist für uns ein neuer Bereich. Außerdem stärkt uns die Übernahme in Regionen, in denen wir bislang mit IFM-Leistungen eher wenig vertreten waren, zum Beispiel bedeutet dies für STRABAG PFS Österreich einen großen Sprung nach vorne. Last but not least sind wir mit der DIW nun auch in die Top Ten der infrastrukturellen Facility Manager aufgerückt.
Wie will Strabag PFS künftig wachsen? Sind weitere Unternehmenskäufe geplant?
xs fmn interview rosduecher Dr. Jörg Rosdücher: Für uns ist Wachstum allein, ob organisch oder über Zukäufe von Unternehmen nicht die relevante Größe. Jeder neue Auftrag und jede Akquisition muss sich für STRABAG PFS rechnen. Strategisches Wachstum kommt nicht in Frage. Deswegen geben wir eben auch einmal ein Mandat ab oder wir steigen bei einer Bieterauktion aus, wenn wir nicht glauben, dass wir das geforderte Preisniveau am Markt wieder verdienen können. Trotzdem bleibt Wachstum über gezielte, unser Leistungs- und Kundenportfolio arrondierende Unternehmensankäufe und organisches Wachstum mit Bestands- und Neukunden weiter oben auf der Tagesordnung. Aber die Preise müssen stimmen.
Für welche Geschäftsbereiche zeichnet sich organisches Wachstum ab?
xs fmn interview rosduecher Dr. Jörg Rosdücher: Wir sehen, dass integrierte Leistungen, zum Beispiel technisches und Infrastrukturelles Facility Management aus einer Hand immer stärker nachgefragt werden. Große Chancen eröffnen sich für uns auch durch das Auflösen von Schranken bei der Vergabe von Property Management und Facility Management als echte integrierte Dienstleistung bei institutionellen Immobiliegesellschaften.

Deswegen positionieren wir uns schon länger als integrierter Dienstleister, der vom technischen Facility Management über das Real Estate Management mit der An- und Vermietung, dem Property Management und dem Flächenmanagement bis hin zum infrastrukturellen Facility Management die gesamte Wertschöpfungskette an Leistungen zur Bewirtschaftung von Immobilien anbietet. Kaum ein Anbieter kann so eine hohe Leistungstiefe über eine so breite Dienstleistungspalette anbieten, wie STARBAG PFS – und das flächendeckend in Deutschland, auch an B- und C-Standorten.
Wie bringen Sie dann aber die Qualitätsanforderungen der Kunden mit den ständig sinkenden Preisen in Deckung?
xs fmn interview rosduecher Dr. Jörg Rosdücher: Genau das ist die Kunst: Wir müssen, unsere Organisation auf die gestiegenen qualitativen Anforderungen der Kunden weiter ausrichten und eine Atmosphäre für Innovation und individuelle Kundenlösungen schaffen und dabei eine Balance aus Qualität, Preis und Herstellkosten herbeiführen. Dabei setzen wir auf langfristige Partnerschaften mit unseren Kunden, die man sich selbstverständlich hart erarbeiten muss. Wir erreichen durch individuelle Dienstleistung eine schon sehr hohe Kundenbindung. Bewiesenes Vertrauen und reduzierte Schnittstellen als integrierter Dienstleister stellen sowohl für den Kunden als auch uns als Dienstleister aber einen echten Mehrwert dar. Nur das führt letztlich zu Kundenzufriedenheit und damit zu Kundenbindung.
Das Interview ist ebenfalls in The Property Post – dem Online-Meinungsportal für die deutsche Immobilienwirtschaft  –  erschienen. - zur Website

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